Fachtag am 8. Oktober 2026
Ort: Charité – Universitätsmedizin Berlin
Teilnehmendenzahl: Max. 200
Unkostenbeitrag: 35 €

Die Transformation der Gesundheitsversorgung in Deutschland erfordert ein neues Verständnis von Primärversorgung. Im Sinne von Primary Health Care können Primärversorgungszentren zu zentralen Ankern einer zukunftsfähigen Versorgung werden: Sie verbinden interprofessionelle Zusammenarbeit mit intersektoralen Ansätzen. Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung werden vereint und richten sich konsequent an den Bedürfnissen der Bevölkerung aus. Internationale Erfahrungen belegen es, die Modellprojekte von NAVIGATION in Hamburg und Berlin bestätigen es: Eine intersektorale multiprofessionelle Gesundheitsplanung und -Versorgung ist wirksam und umsetzbar. Der Fachtag bietet ein Forum für den interdisziplinären Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis und lädt dazu ein, die Transformation hin zu Primary Health Care gemeinsam voranzubringen.

Mit der möglichen Verankerung von Primärversorgungszentren im deutschen Gesundheitssystem verbinden sich mehrere Paradigmenwechsel:

Versorgungsverständnis:

Statt einer medizinisch-kurativen Logik rückt ein bio-psycho-soziales Verständnis von Gesundheit in den Vordergrund, das soziale Determinanten systematisch einbezieht.

Berufslogik:

Die bislang ärzt*innenzentrierte Struktur weicht interprofessionellen Teams, in denen unterschiedliche Berufsgruppen gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Steuerung:

An die Stelle einer sektorlogischen Bedarfsplanung tritt eine stärker sozialraum- und settingorientierte Ausrichtung an den Lebensrealitäten der Bevölkerung.

Governance:

Die historisch gewachsene, fragmentierte Versorgungslandschaft entwickelt sich zu einer regional koordinierten Versorgungsarchitektur, in der Kommunen eine aktivere Rolle übernehmen.

Der Fachtag bringt Praxisprojekte, Wissenschaft, Politik, Kostenträger, Kommunen und weitere Akteur*innen zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Primärversorgungszentren als Bestandteil von Primary Health Care nachhaltig weiterentwickelt und in die Regelversorgung überführt werden können.

Sie möchten als Medienvertreter*in am Fachtag teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihre Anmeldung per E-Mail an: fachtag@navigation-im-pvz.de.

Key Facts

Fachtag:

Von Primärversorgung zu Primary Health Care – Primärversorgungszentren als Anker einer notwendigen Transformation

Datum:

08. Oktober 2026, 10:00 – 16:30 Uhr

Ort:

Campus Charité Mitte
Hörsaal 22
Sauerbruchweg 2
(Zugang auch möglich über Virchowweg 9)
10117 Berlin

Veranstalter:

Innovationsfondsprojekt NAVIGATION
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Professur Öffentliche Gesundheit TU Dresden
Geko Berlin
Poliklinik Veddel

Referent*innen aus:

  • Wissenschaft und Versorgungsforschung
  • Internationaler Gesundheitsberatung
  • Gesundheitspolitik und Verwaltung
  • Öffentlichem Gesundheitsdienst
  • Krankenkassen
  • Versorgungspraxis (Allgemeinmedizin, Pflege, Soziale Arbeit, Psychologie und interprofessionelle Zusammenarbeit)

Was Sie erwartet:

  • Eine Bilanz der Primärversorgung in Deutschland und die Rolle, die Primärversorgungszentren in den anstehenden Reformen spielen können
  • Aktuelle Ergebnisse und Learnings aus den Modellprojekten von NAVIGATION in Hamburg und Berlin
  • Internationale Erfahrungen aus Österreich: Erfolgsfaktoren, Übertragbarkeit und politische Kräfteverhältnisse
  • Perspektiven der Berufsgruppen auf interprofessionelle Zusammenarbeit im Primärversorgungszentrum
  • Die strukturellen, berufsrechtlichen und politischen Voraussetzungen für eine Verankerung in der Regelversorgung
  • Kontakte und Argumente für die aktive Mitgestaltung der Primärversorgung von morgen

Format:

Präsenzveranstaltung mit Fachvorträgen, Panels und Diskussionen

Anmeldung:

Verbindliche Anmeldung über das Online-Formular

Kosten:

Für die Teilnahme am Fachtag wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 35 € erhoben, der bei der Anmeldung zu entrichten ist.

Programm-Highlights

Von Primärversorgung zu Primary Health Care

Wie lässt sich Primärversorgung im aktuellen politischen Kontext weiterdenken? Fachliche Impulse ordnen den Stand der Primärversorgung in Deutschland ein und zeigen intersektorale Ansätze für eine zukunftsfähige Versorgung auf.

Lernen von Österreich

Die Primärversorgungsreform in Österreich bietet wichtige Erfahrungen für Deutschland. Im Fokus stehen Gelingensfaktoren, offene Fragen und die politische sowie institutionelle Unterstützung einer solchen Reform.

Interprofessionelle Teams im PVZ

Welche Rollen übernehmen Pflege, Hausärzt*innen, Soziale Arbeit, psychologische Beratung und Koordination in Primärversorgungszentren? Der Fachtag beleuchtet Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Voraussetzungen gelingender Zusammenarbeit.

Praxisprojekte: Machen, was machbar ist

Modellprojekte zeigen, wie Primärversorgungszentren bereits heute Versorgung verändern können – durch interprofessionelle Steuerung, Community Health Nursing, digitale Unterstützung, gemeinsame Dokumentation und Kooperation mit Kommunen und ÖGD.

Programm

Stand: August 2026

10:00 Uhr Eröffnung

Begrüßung
Dr. Patricia Hänel 
Konsortialführung Innovationsfondsprojekt NAVIGATION | Geko – Stadtteil-Gesundheits-Zentrum Neukölln

Katja Schlegel 
Projektleitung Innovationsfondsprojekt NAVIGATION | Poliklinik Veddel

Prof. Dr. med Anna Kühne M. Sc. M. Sc.
Professur Öffentliche Gesundheit | Technische Universität Dresden 

Prof. Dr. med Wolfram Hermann
Leiter der Arbeitsgruppe „Stadtmedizin – Versorgungsforschung im Urbanen Kontext“ | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Grußworte
Daniela Teichert 
Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost

Melanie Walter (per Video)
Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung

10:30 Uhr Panel 1: Primärversorgung neu denken: Gesundheitspolitische Vision und internationale Erfahrungen

Input 1: Warum Primary Health Care? Die gesundheitspolitische Relevanz eines internationalen Leitkonzepts 
Dr. med. Ove Spreckelsen, M.Sc. 
Allgemeinmediziner | Poliklinik Veddel

Input 2: Primärversorgung in Deutschland: Eine Bestandsaufnahme 
Dr. med. Susanne Pruskil
Gastprofessorin für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) an der Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane

Input 3: Primärversorgung aus Sicht der Krankenkassen
Matthias Mohrmann
Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg

Input 4: Primärversorgung reformieren: Was Österreich über erfolgreiche Umsetzung gelernt hat
Ian Langner 
Health Expert | Gesundheit Österreich GmbH

Moderiertes Q&A
mit Referent*innen, Publikum und Presse

12:00 Uhr Kaffeepause

12:30 Uhr Panel 2: Wie gelingt Primary Health Care im Team? Erfahrungen aus der interprofessionellen Versorgung

Podiumsdiskussion: Stellvertretend für die Fachbereiche Pflege, Soziale Arbeit, Psychologie, Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Zusammenarbeit

Vera Lux 
Präsidentin des DBfK

Prof. Dr. med. Marco Roos
Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

Prof. Dr. Claudia Hövener 
Professorin für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit | Alice Salomon Hochschule Berlin

Dr. Andrea Benecke
Präsidentin Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)

Prof. Dr. rer. pol. Heidi Höppner MPH (em.)
Professorin für interprofessionelle Gesundheitsversorgung und Systemgestaltung | Alice Salomon Hochschule Berlin 

13:45 Uhr Mittagspause

14:45 Uhr Panel 3: Von der Idee zur Struktur: Umsetzung von Primary Health Care in Deutschland

Input 1: Primärversorgungszentren in der Praxis: Erkenntnisse aus dem Innovationsfondsprojekt NAVIGATION für die Regelversorgung 
Dr. Linda Iversen
Community Health Nurse und Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt Pflege und Public Health | Poliklinik Veddel

Input 2: Evidenzbasierte Erkenntnisse zur Wirkung von Primärversorgungszentren
Prof. Dr. med Wolfram Herman
Leiter der Arbeitsgruppe „Stadtmedizin – Versorgungsforschung im Urbanen Kontext“ | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Input 3: Die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der kommunalen Gesundheitskonferenzen in der Primärversorgung: Erfahrungen und Entwicklungsperspektiven
TBA 
Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg, Abteilung 7 Landesgesundheitsamt

Input 4: Kommunale Primärversorgungszentren: Ein Paradigmenwechsel in der regionalen Versorgungsarchitektur 
Friedhelm Ottens
Erster Kreisrat (Dezernat II) | Landkreis Cuxhaven 

Diskussion: Welche Rahmenbedingungen braucht es, um PVZ als Anker einer flächendeckenden Transformation hin zu Primary Health Care zu etablieren?

16:15 Uhr Abschluss & Veranstaltungsende 16:30 Uhr

Referent*innen

Dr. Patricia Hänel
Konsortialführung Innovationsfondsprojekt NAVIGATION | Geko – Stadtteil-Gesundheits-Zentrum Neukölln

Katja Schlegel
Projektleitung Innovationsfondsprojekt NAVIGATION | Poliklinik Veddel

Daniela Teichert
Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost

Melanie Walter
Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung

Dr. med. Ove Spreckelsen, M.Sc.
Allgemeinmediziner | Poliklinik Veddel

Dr. med. Susanne Pruskil
Gastprofessorin für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) an der Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane

Prof. Dr. med. Anna Kühne M.Sc. M.Sc.
Professur Öffentliche Gesundheit | Technische Universität Dresden 

Matthias Mohrmann
Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg

Ian Langner
Health Expert | Gesundheit Österreich GmbH

Vera Lux
Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK)

Prof. Dr. med. Marco Roos
Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Direktor Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Augsburg

Dr. Andrea Benecke
Präsidentin Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)

Prof. Dr. Claudia Hövener
Professur für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit | Alice Salomon Hochschule Berlin

Prof. Dr. rer. pol. Heidi Höppner MPH (em.)
Professur für interprofessionelle Gesundheitsversorgung und Systemgestaltung | Alice Salomon Hochschule Berlin

Dr. Linda Iversen
Community Health Nurse und Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt Pflege und Public Health | Poliklinik Veddel

Prof. Dr. med. Wolfram Hermann
Leiter der Arbeitsgruppe „Stadtmedizin – Versorgungsforschung im Urbanen Kontext“ | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Dr. med. Monika Spannenkrebs, MPH
Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg, Abteilung 7 Landesgesundheitsamt

Friedhelm Ottens
Erster Kreisrat (Dezernat II) | Landkreis Cuxhaven 

Über NAVIGATION


Das Innovationsfondsprojekt NAVIGATION erprobt in den Primärversorgungszentren Geko Berlin in Berlin-Neukölln und Poliklinik Veddel in Hamburg ein interprofessionelles, sozialraumorientiertes Versorgungsmodell, das Menschen im Kontext ihrer Lebensbedingungen begleitet, Gesundheitskompetenz stärkt und Versorgung besser koordiniert.

Was NAVIGATION erreichen will

  • Ambulante Versorgung barrierefrei zugänglich machen, insbesondere für vulnerable und strukturell benachteiligte Gruppen
  • Psychische und soziale Faktoren systematisch in die Versorgung einbeziehen
  • Versorgungslücken in benachteiligten Stadtteilen schließen
  • Gesundheitskompetenz stärken und Orientierungslosigkeit im System abbauen
  • Versorgungsabbrüche und vermeidbare Krankenhausaufenthalte reduzieren
  • Attraktive, interprofessionelle Arbeitsplätze in der Primärversorgung schaffen

Nach einer 24-monatigen Erprobungs- und Evaluationsphase sollen die Erkenntnisse aus NAVIGATION tragfähige Modelle für die Regelversorgung liefern, mit dem Ziel einer gerechteren, zugänglicheren und wirksameren Gesundheitsversorgung in Deutschland.

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